Hallo Forum!
Es könnte vielleicht nützlich sein, einige Dinge die wohl öfters auftauchen werden in konzentrierter Form zu erläutern - ich hab mal (primär auf Qualität und Verarbeitung bezogen) das Hemd beackert.
Natürlich muss der Inhalt und auch die Strukturierung, Illustration geprüft werden. Dazu stelle ich diese Version hier ein und bitte um Feedback.
Da ich auch die Bilder selbst gemacht habe, war das ganze keine einfache Sache und es können sich natürlich Fehler eingeschlichen haben.
Auch wenn etwas fehlen sollte, bitte ich um Rückmeldung!
Vielen Dank an alle die sich die mühe machen um etwas zu verbessern.
"Gedanken zum Hemd"
Die Übergänge sind von ?gut? zu ?sehr gut? etc. sind natürlich teilweise fließend und manche Hersteller haben sich auf etwas spezialisiert ? dies soll nur Anregung sein und event. Fragen beantworten.
Grundlegende Qualitätsmerkmale:
Hohe Stichdichte, ab ca. 7 Stichen/cm und Stoff aus 100% Baumwolle/reinen Naturfasern,
selbstverständlich waschechte Kolorierung ? kein Ausbleichen nach mehreren korrekten Wäschen
Auswechselbare Kragenstäbchen und mind. zweiteiliger Kragen (von außen, drinnen und versteckt hat der natürlich noch ein paarTeile mehr), Kragenband und ?alles was absteht? also.
Ob der Kragen traditionell (genäht) oder geklebt ist, hat nichts mit der Qualität zu tun ? beides kann gut oder schlecht gemacht worden sein. Geklebt solle jedoch nur äußere Kragen sein, nicht das Band oder z.B. eine Umschlagmanschette, dazu später mehr.
Es gibt zwischen den beiden Formen hauptsächlich stilistische Unterschiede, die ebenfalls später erläutert werden."
Hier ein genähter Kragen der schon oft gewaschen wurde. Auf dem Foto ist rechts am ehesten das Volumen und die Weichheit zu erahnen.
Hier das (teilweise/verstärkend) geklebte Pendant. Da es ein Kontrastkragen ist, passt etwas zusätzliche Steifheit besonders gut. Weiter unten sehen wir dann den Katastrophenfall bei weniger guten geklebten Krägen.
In diesem Vergleich sieht man nicht nur den Unterschied bei der Stichdichte, sondern auf dem rechten Bild ist ein schlecht geklebter Kragen zu sehen.
Die rot eingekreiste Stelle ist keine Verunreinigung, sondern eine Falte die durch eine partielles ablösen des Klebers (nach mehrmaligem Waschen) entstanden ist. Dies lässt sich nicht mehr entfernen.
Weitergehende Qualitätsmerkmale:
Knöpfe aus Perlmutt ? von viele zwar als Standard verlangt, aber viele auch relativ gute Hersteller benutzen leider Plastik.
Links Plastik (vom tollen Hemd mit dem *****ß Kragen), rechts ein richtiger Bonzenknopf.
Mehrfach gefaltete, sorgfältige Übergänge von Ärmel zu Manschette.
Besser hier als im Gesicht.
Höhere Stoffqualität ? Stoffe aus schweizerischen und italienischen Webereien sind bekanntermaßen die hochwertigsten, daran kann man sich erstmal halten.
Als ?weitergehend? würde ich einen besonders angenehmen Griff und 2-ply Stoffe bezeichnen. Es können eventuell auch weiche ?singles?sein.
Es gibt große bis allergrößte Verwirrung zum Thema 100er, 140er, 200er single/two-ply Garn etc. und was das eigentlich aussagt.
Viele meinen, dass die Feinheit des Garns das ultimative Qualitätsmerkmal sei, ich meine, das kann man knicken sofern es das einzigste Kriterium ist.
Zu näheren Informationen was die Zahlen (z.B. ?80er? ?100er? etc.) genau beschreiben (wie viele m ein Garn lang ist der 1g wiegt, höher=feiner) kann man ganz gut das Internet bemühen.
Wie man sich denken kann, hängt die Qualität des Stoffes maßgeblich von der Qualität des Garns ab ? denn wenn dieser für die Tonne ist, ist es u.U. Unmöglich sehr feine Stoffqualitäten zu weben oder nur mit vielen Fehlern und Garnrissen. So ein Hemd würde sich nach einigen Waschgängen ?verabschieden?.
Es beginnt wie bei allen anderen Dingen auch mit dem Rohstoff: Die beste Baumwolle ist die prominente ?Sea Island? aus den USA und Ägyptische ?Mako? Baumwolle.
Details (für alle interessierten) dazu lassen sich ebenfalls recht einfach in Literatur und Internet finden*, ausschlaggebend ist die Länge der einzelnen Baumwollfasern und die genannten haben eben...die Längsten.
Ein weiterer prominenter Begriff ist ?2-ply? oder ?2-fädig?.
Achtung, damit wird vieeeeeel Schmu gemacht!
Grundsätzlich sollte ein mit ?2-ply? beworbenes Hemd aus einem Stoff gefertigt sein, dessen Garne nach dem spinnen nicht sofort zum Stoff verwebt, sondern vorher nochmals miteinander versponnen wurden.
Durch diese ?Verzwirnung? werden die Garne widerstandsfähiger gegen alles mögliche was ihnen weh tun könnte:
Sie halten sehr viel mehr Wäschen aus als 1-fädige, verschleißen allgemein langsamer, fühlen sich i.d.R. weicher und angenehmer an (die allerbesten beinahe seidig) und haben durch die Zwirnstruktur auch noch bessere Färbeeigenschaften, was mehr Farbtiefe und subtilere Muster und Kolorierungen ermöglicht.
Ihr fragt euch ?wo bleibt der Schmu? Ist doch alles prima bis jetzt!? (aufpassen, hier könnt ihr also beschissen werden):
Wie einige sicher wissen (es vielleicht auch so ähnlich im Kindergarten gemacht haben), werden die Stoffe gemacht indem Garne in zwei Richtungen verwebt werden.
Längs liegende Garne (genannt ?Kette?) werden im rechten Winkel quer (genannt ?Schuss?) von anderen Garnen (wie im Kindergarten ist es i.d.R. ein laaaaaanger Garn) ?durchwebt?.
Hier liegt jetzt das Potenzial für den, Entschuldigung, Beschiss:
Der Hersteller kann das Hemd ?2-ply? nennen, es schön ins Etikett schreiben (den Preis um ein Drittel erhöhen) und dabei in nur einer der beiden Webrichtungen (also Kette oder Schuss) 2-fädige Garne verwenden.
Besonders in Massenproduktionen wirkt sich die Garnersparnis positiv auf des Herstellers Portemonnaie aus.
Manche sind ehrlich (meistens diejenigen, die ?echtes? 2-ply anbieten...) und benutzen eindeutige Nomenklatur um die Art der 2-fädigkeit auszuweisen:
Ein ?2x2 2-ply? Stoff besteht aus 2 fädigen Garnen in beiden Webrichtungen und entfaltet vollständig die oben genannten Eigenschaften.
Ein ?2x1? bzw. ?1x2 2-ply? Stoff besteht dementsprechend nur in Kett oder Schussrichtung, je nach Kett/Schuss verhältnis also vielleicht nur zur Hälfte aus 2-fädigen Garnen.
Bei einem konkreten Hemd wird dann noch die Garnfeinheit (gleich mehr dazu) angegeben, z.B. ?140s 2x2?, also ein Hend aus einem Stoff der vollständig aus verzwirnten Garnen besteht von denen 1g 140m lang ist.
Schon ein recht feines Hemd wäre das!
Kommen wir zum Fetisch der Stoffindustrie und zu einem tollen Werbemittel für den Handel, der Garnfeinheit.
Wie schon weiter oben erwähnt, beschreibt sie wie lang ein einzelner Garn ist, der 1g wiegt.
Es geht fast immer weiter und weiter auch bei Anzügen versuchen sich die Webereien mit ihren feinen, extra feinen und mega-ultra feinen Stoffen zu übertrumpfen.
Ich glaube bei Baumwolle ist man bis jetzt bei 240er angekommen. Bei Maßanzügen ist eine sehr hohe Feinheit (die auf alle möglichen, komplizierten Arten gemessen werden kann) übrigens ein Problem, denn es ist schwer damit zu arbeiten und kaum robust ? nicht gut wenn der Stoff eine Nadel nicht aushält die man nicht verkleinern kann, weil der Faden sonst zu dünn und instabil wäre.
Seriöse Schneider würden zumindest darauf aufmerksam machen, wenn man ein 200er Tuch möchte ? sofern es denn vorrätig oder man selber ?mitbringen? darf.
Bei Baumwolle tritt dieses Problem nicht auf, außerdem werden Hemden ja mit feineren Nadeln und Fäden getackert.
Jedoch ist auch hier bei besonders hohen Garnzahlen/feinheiten zu regulär besonders geringen Preisen Vorsicht geboten ? sehr fein gesponnene Garne erfordern schon als Rohstoff die beste Baumwolle mit den längsten Fasern.
Das hält manche aber nicht davon ab, eigentlich ungeeignete Baumwolle zu sehr feinen Garnen zu Spinnen. Im schlimmsten Fall ist das ?Hemd? dann schon beschädigt, bevor überhaupt der Stoff gewebt wurde!
Jedoch beginnt das wirtschaftlich interessanteste beim Weben ? jeden Tag wird Stoff gewebt bis zum abwinken, man misst im km und das bei einer Maschine und will immer schneller immer mehr.
Denn logisch ist: Wenn man 1 Meter an einem Tag macht verdient man Geld, wenn man eine Maschine hat die doppelt so schnell ist...Effizienz macht eben noch mehr Geld und...damit ist der Kreislauf schon am Ende!
So kann sich eine Weberei 180er Garne schnappen, die (verhältnismäßig) irrsinnig schnell zu Stoff machen und schon hat man fantastische Preise, weil man viel schneller produziert als ein anderer...und dann auch noch so feinen Stoff! Alles Paletti...? Ja, nur waschen sollte man ein Hemd aus solchem Stoff lieber nicht.
Durch die hohen Geschwindigkeiten mit denen heute Stoffe produziert werden haben sehr feine Garne ein Problem: Sie können bei zu hoher Webgeschwindigkeit beschädigt werden oder reißen sogar.
Risse werden normalerweise nicht toleriert und in so einem Fall wird die Webgeschwindigkeit angepasst, aber fast mikroskopisch kleine Fehler und Schäden können durchaus durchgehen.
Problematisch ist dies besonders, da man solche Fehler i.d.R. erst nach dem Waschen merkt, da das Wasser den angeschlagenen Garnen den ?Rest? gibt.
Das erklärt auch, warum die besten Stoffe teilweise so fantabulös teuer sind: Man benötigt nicht nur den teuersten Rohstoff und wegen der 2-fädigkeit ein Mehr an Garn, sondern muss bei feinen Stoffen auch die Webgeschwindigkeit auf Schneckentempo fahren um Fehler auszuschließen.
Es gibt alte 180er Stoffe die nach Dutzenden Reinigungen noch immer perfekt sind und mehr aushalten als einige moderne zack-zack 140er.
Die wohl bekanntesten Webereien für hochqualitative Stoffe sind Alumo, Albini und Riva.
Stoff war ein anstrengendes Thema, oder?
Von Hand angenähte Knöpfe in ?(möglichst) ästhetischer Art?.
Als die eleganteste Form einen Knopf anzunähen gilt den meisten die ?Krähenfussnaht?.
Saubere übereinander liegende Kreuznähte sind ebenfalls schön und werden oft verwendet, jedoch ist die ?Krähe? bei sehr guten Hemden zumindest meiner Erfahrung nach in der Überzahl.
Hier ein Krähen-Beispiel, ich hoffe man erkennt einigermaßen was gemeint ist.
Ein ?Zwickel? ist unten zwischen der Naht von Vorder- und Rückseite des Hemdes angebracht, ein Stück Stoff welches diese Stelle verstärkt und bei Bedarf etwas Bewegungsfreiheit im Hüftbereich zur Verfügung stellt.
An sich muss es dort keinen Stoff geben, es genügt auch eine sorgfältige Naht am unteren Ende von Vorder und Rückseite, eine von Hand gemachte finden manche sogar schöner als einen Zwickel? ob es tatsächlich praktikabel ist das Hemd an dieser Stelle besonders vor Belastung zu schützen ist übrigens etwas fraglich, ich habe noch nie jemanden gesehen dem dort die Naht gerissen ist, auch bei lieblos zusammengetackerten Versionen. Schöner ist es aber auf jeden Fall!
Hier ein dreieckiger Zwickel. Man erkennt, dass der Saum ein ?gedreht? wird, dadurch wird die enorme Zugkraft absorbiert die meine fetten Hüften an dieser Stelle ausüben...
Ein komplexer, angenehm konstruierter Kragen.
Kragenband und Kragen bestehen aus 2 Teilen, Einlage für das Kragenband und aus mehren Teilen bestehende Einlage für den Kragen selbst oder angemessen geklebt.
Einnadelstiche, das sind Stiche die mit einer Nadel gemacht wurden, oder was habt ihr denn gedacht?
Alle längeren Nähte am Hemd weisen (von außen) eine von zwei Eigenschaften auf:
Entweder gibt es eine Naht oder zwei parallel liegende.
Bei zwei parallel liegenden Nähten wurde mit zwei Nadeln (bzw. einer Zwillingsnadel) auf einmal gestochen. Dies verkürzt den Nähprozess und der Hersteller spart natürlich wieder etwas ein, es gibt aber 2 erwähnenswerte Nachteile die im Vergleich zur Einnadelnaht nicht auftreten:
Durch die zwei in geringen Abstand nebeneinander liegenden Nähte entsteht ein eingeengter schmaler Streifen der mit der Zeit und nach mehreren Waschgängen kleine, unregelmäßige Wölbungen erzeugt.
Bei Einnadelgestochenen Nähten passiert so etwas nicht und die so genähten Stellen sehen außerdem durch die von außen nur eine Sichtbare Naht deutlich sauberer und präziser aus.
Hier der einfach erkennbare Unterschied. Der ganze Effekt entfaltet sich jedoch erst wenn man es bei einem ganzen Hemd sieht.
?High end? - oder was ich für viel bis zu viel Geld erwarte.
Stoffqualität.
Viel Stoffqualität.
Wenn sich jemand noch an die obige Erläuterung erinnern kann ? wenn viel Geld im Spiel ist (oder wenn einem der Verkäufer etwas als ?höchstqualitativ? anpreist) dann sollten Besonders angenehme 2x2 Stoffe selbstverständlich sein.
Wenn man etwas von wegen ?Weltklassematerial? ohne genauere Infos warum weltklasse zu hören bekommt, sollte man vielleicht mal ganz konkret fragen: ?Also auf jeden Fall aus Sea-Island Baumwolle in 2-fädiger Qualität sowohl bei Schuss- als auch bei Kettgarnen mit einer, sagen wir mal 160er Feinheit aus einer rennomierten Weberei?? Ich wette so mancher Berater fühlt sich dann beraten (sehr renommierte Hersteller benutzen normalerweise keine Billiggarne von fadenscheinigen (haha) Webereien, wenn man das Etikett aber noch nie gesehen hat, darf/soll man ruhig nach den Hintergründen fragen).
Von Hand umsäumte Knopflöcher.
Wird von den meisten als äußerst ästhetisch angesehen, man findet es aber auch bei nicht so ganz exorbitant teuren Hemden.
Wenn etwas aber wirklich ?high end? sein möchte, dann kann man mehr Handarbeit ?nur weils schöner ist? erwarten.
Besonders schöne Perlmutknöpfe.
Wie alles andere auch gibt es Perlmutt in unterschiedlichen Qualitäten, bei sehr guten Hemden sollte diese selbstverständlich sehr rein sein und und sorgfältig verarbeitet.
Asteroidengroße Knöpfe sind kein reines Qualitätsmerkmal, manche Leute empfinden das auch als lästig beim Knöpfen.
Als hochwertigste Knöpfe gelten diejenigen die aus australischen Austern gewonnen wurden, Borelli und Fray sind wohl die bekanntesten Hersteller die hinkelsteingroße Knpfe verarbeiten, Kiton z.B. benutzt vergleichsweise relativ Flache um das Argument ?dickste = beste? nochmal zu relativieren.
Möglichst wenige Sichtbare Nähte, dazu gehört Natürlich das oben erwähnte ?Einnadelstechen?, aber auch im Falle einer geteilten Schulterpasse sollte diese mit ?unsichtbaren? Nähten befestigt sein.
Ein weiterer Punkt um das Hemd ?sauberer? aussehen zu lassen ist die Schulternaht, wenn der Ärmel sorgfältig von Hand eingesetzt wurde wird neben der Optik i.d.R. auch angenehmer zu tragen ist, wenn man ein so feiner Pinkel ist, dass man jede Naht als Druckstelle wahrnimmt.
Links eine ?versteckte? Schulternaht (man erkennt durch den Blitz ganz gut die Konturen), rechts eine normal erkennbare.
Erläuterung: Das linke Bild zeigt den Übergang von Ärmel zu vorderer Brust, rechts den von Ärmel zu Schulterpasse (letzteres ist für das Hemd links noch auf dem vorletzten Bild zu sehen).
Die Stelle an welcher der Ärmel hinter der Manschette eine Leiste hat (egal ob mit oder ohne Knopf!) sollte an ihrem ende mit einer sorgfältigen Naht verstärkt sein, da diese Stelle z.B. beim Ärmel aufkrempeln besonders belastet wird oder wenn man morgens im Stress mit offener Manschette ins Sakko hechtet und dann beim hängen bleiben schlimmstenfalls einen Riss an dieser Stelle fabriziert, wenn diese schlecht gearbeitet ist.
Rechts wäre die Manschette, links sieht man noch wie Leiste ?ausläuft?. Hier kann es unterschiedliche Formen geben.
Musterverläufe sollten an vernähten Stellen möglichst korrekt sein. Fast nur sehr teure Hemden haben auch bei komplexen Mustern korrekte Verläufe, einige Ausnahmen kann man manchmal aber finden.
Hier der Musterverlauf einer geteilten Schulterpasse, er kann natürlich auch Waagerecht verlaufen, aber manche Leute stehen richtig auf Diagonale Musterverläufe bei Schulterpassen ? keine Schulterpasse heißt natürlich, dass man sich da nicht drum sorgen muss.
Musterverlauf an der Schulter bzw. an der Naht von Passe und Ärmelansatz. Im teil über Schulternähte weiter oben, ist noch ein anderes Beispiel zu sehen
Der Kragen scheint das Muster weiterzuführen, jedoch muss bedacht werden, dass z.B. ein besonders voluminöser Krawattenknoten den Kragen anheben/verschieben kann.
Zwar soll der Kragen bleiben wo er ist, aber wenn man sich bewegt wird sich auch der Stoff mit dem der Kragen eine Einheit bilden soll etwas verschieben. Dieser 3D Effekt ist aber oft sehr interessant.
Ein ?Gimmick? vieler italienischer, besonders neapolitanischer Hemden ist die ?gefältelte? Schulter. Manche Leute schmelzen geradezu dahin, andere finden das nicht ganz so schön. Beim tragen ist es sehr angenehm, da die Ärmel mehr anliegen können, man aber trotzdem genug ?Platz? hat.
Das linke Bild zeigt die Außenansicht dieser Schulterverarbeitung, man beachte auch, dass auf der Passe keine Nähte zu sehen sind.
Unten sieht man das Innere, wenn man genau hinschaut, erkennt man die im Vergelich zu Maschinenstichen viel weiteren Handstiche wo der Ärmel eingesetzt wurde.
Kontroversen: Wo man nicht sicher sein kann (die ganz ernsten Sachen standen oben).
Die geteilte Schulterpasse.
Bestimmt das prominenteste Beispiel welches genannt wird, wenn es um Merkmale von ?guten Hemden? geht.
Faktisch ist es nur teurer in der Herstellung, die tatsächliche Qualität wird nicht beeinflusst, auch der Sitz ist wird nicht verbessert.
Also bezahlen alle Anglophilen (?splitted yoke? ist very English) mehr für etwas das es in Wirklichkeit nicht gibt. Wie Kirchensteuer ist das.
Bei bespoke Hemden soll es zum Ausgleich unterschiedlich langer/geformter Schultern dienen, dasselbe ist aber auch mit einer durchgehenden Passe möglich.
Wie oben erwähnt, mögen manche die Optik, was hier das Hauptkriterium sein sollte.
Es gibt sehr viele gute und hoch renommierte Hemdenmacher die keine geteilten Passen ?verbauen?, besonders oft italienische.
Geknöpfte Leiste von Manschette/unterem Ärmel.
Angeblich soll so ein zeigen der Haut vermieden werden, falls die Leiste aufbauscht.
Wenn man ein Sakko, Pullover was auch immer drüber trägt ist die Sache eh gegessen.
Aber welche Bewegungen muss man vollführen, damit bei einem passenden Hemd dieser an einem Knochen liegende Teil des Ärmels zusammengepresst wird und somit aufbauscht und den Blick auf unsere Männlichkeit preis gibt?
Ich habe den Knochen erwähnt, weil man zum 100% sicheren Aufbauschen seinen Unterarm brechen muss.
Wegen der Neutralität und Logik sei gesagt, dass diese Aufbauschungen am ehesten durch Handgelenksgymnastik entstehen die die Manschette in Wallung bringt, die wiederum den Ärnelansatz und somit die Leiste bewegt.
Wahrscheinlich weiß niemand was gemeint ist.
Hier ist so ein Dreiecksflug (wollte schreiben Drecksding, aber OpenOffice schlägt ?Dreiecksflug? vor).
Gibts in allen möglichen Ausführungen, ein vertikales Knopfloch ist die Regel, manchmal gibt es auch so lustige Laschen wie oben, horizontale Knopflöcher sind angeblich ein Zeichen für besondere Qualität...naja. Diese Leisten sowohl offen als auch als verdeckte Leisten oder solche die (wie obige) so gefaltet sind, dass man den Knopf nicht sieht.
Das ist jetzt angeblich das tollste und beste Hemd der Welt, weil das (nicht allzu pralle gearbeitete) Knopfloch quer liegt. Naja, jetzt haben wirs ja gesehen.
"Bügelfreie" Hemden gibt es nicht, der Begriff ist eigentlich irreführend.
Um ein Hemd tatsächlich BügelFREI zu bekommen, müsste der Hersteller eine chemische Massenvernichtungswaffe liefern.
Wahrscheinlich würde jeder der davon nicht sowieso Ausschlag bekäme, meinen da hätte man Schmiergelpapier mittlere Körnung verarbeitet.
Ein Hemd im erträglichen Rahmen kann höchstens "BügelLEICHT" sein.
Das heißt man Bügelt kürzer, aber gebügelt wird trotzdem.
Empfindliche Menschen können auch bei teureren "Bügelleicht" "easy iron" etc. Hemden ein unangenehmes Tragegefühl haben, bei billigen Hemden dieser Art merken meist selbst "Afänger" den Unterschied, wenn man ihnen zum Vergleich ein weiches hochwertiges Hemd ohne "Bügelbonous" gibt. Persönlich beschreibe ich solche Stoffe meist als "pappig".
Man kann das Bügeldesaster umgehen indem man das Hemd einfach feucht bügelt und besonder kritische Stellen punktuell befeuchtet.
Hier ein kleiner bebildeter Nachtrag zum Thema Handarbeit:
Man sieht:
Von Hand angenähte(n)/genähte/eingesetzte
Kragen
Knöpfe
Knopflöcher
Schulterpartie
Ärmel
Knopfleiste
Zwickel (sieht man nicht auf den Bildern^^)
Verstärkungen am Manschettenschlitz (sieht man auch nicht)
Fältelungen am Schultereinstz
Fältelungen an der kompletten Rückenpartie
Lange Nahtstellen komplett an der Ärmeln und am Rumpf
Noch ein Ratschlag der Sonderklasse: Keine hässlichen Hemden kaufen!
Text und Bilder von Cravate Noire
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Allg. Wikipedia Artikel zum Thema "Baumwolle": http://de.wikipedia.org/wiki/Baumwolle
"" zu "Sea Island Baumwolle" (engl.): http://en.wikipedia.org/wiki/Sea_Island_Cotton
zu Messungsarten von Garnfeinheiten: http://de.wikipedia.org/wiki/Garnfeinheit
Artikel des Wall Street Journal zum Thema "Superzahlen und Marketing" (engl.) http://online.wsj.com/article/SB1163...we_banner_left

































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)
aber zum anzug find ich das eh merkwürdig, deswegen hab ich es nicht erwähnt!


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